17.04.2021

Schülerinnen zeigen ein Herz für Hühner

Mädchenrealschule beteiligt sich an der Aktion „Rettet das Huhn!“

Die ersten Eier sind gelegt: Glückliche Hühner bezogen freudig gackernd ihr neues Domizil an der Mädchenrealschule. Ein langfristig angelegtes Projekt der 10. Klassen im Fach Biologie, initiiert von Realschuldirektor Jürgen Moritz und betreut von Studienrätin Birgit Eckl, nimmt Formen an. Die Hühner-Patinnen der 10. Jahrgangsstufe setzten unter der Regie ihres Schulleiters und ihrer Biologielehrerin 4 „ausgemusterte“ Legehennen in ihrem Gehege auf dem Schulgelände ein, wo sie nunmehr in artgerechter Haltung in einem neu errichteten Stall mit Freilauf guten Jahren entgegensehen. Damit folgten die Schülerinnen dem Aufruf des gemeinnützigen Vereins „Rettet das Huhn e. V.“, der „ausgediente“ Hühner aus den Legebatterien an Tierliebhaber vermittelt.

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Nachhaltiges Engagement für das Tierwohl: Schulleiter Jürgen Moritz (r.) und Studienrätin Birgit Eckl (l.) mit den Hühnerpatinnen

Bereits seit einigen Monaten laufen die Vorbereitungen der Mädchenrealschule, angefangen vom professionellen Bau zweier Hühnerställe sowie der artgerechten Anlage eines großzügigen Freigeheges im Schulgarten, das wegen der aktuell grassierenden Vogelgrippe mit einer Abdeckung die entsprechenden Auflagen erfüllt. So konnten bereits im März 9 Küken verschiedener Rassen neugierig Stall und Freilaufgehege beziehen, wo ein Futter- und Wasserautomat sowie ein Sandbad für ein glückliches Hühnerleben sorgen. Am 17. April zogen vier Hennen, die den Kriterien der Rentabilität in der Eierindustrie mit 18 Monaten nicht mehr genügen, auf dem geschützten Areal ein.

Schülerinnen schenken Hühnern ein behütetes Leben

Studienrätin Birgit Eckl informierte die 10. Klassen im Biologieunterricht über die Formen der Hühnerhaltung in der industriellen Tierhaltung. Zudem klärte sie über die qualvollen Bedingungen der Hühner in den Legebatterien sowie die Praktik der Eierindustrie auf, Legehennen wegen der nachlassenden Legeleistung zu entsorgen. Ebenso wurde die Tötung männlicher Küken als „Abfallprodukt“ thematisiert. Angesichts des Leides von Millionen von Hühnern in einem lebensverachtenden System der Billigeiproduktion machten die Schülerinnen das Ziel des Vereins, Hühner zu retten, zu ihrem persönlichen Anliegen.

Simone Zinnbauer und Sarah Paterok (beide Klasse 10a), Sandra Butz und Johanna Sieß (beide 10b) sowie Laura Meierhofer und Finnja Süß (beide 10c) erklärten sich bereit, sich als Patinnen regelmäßig um das Wohlergehen der Hühner und einiger Hähne samt Fütterung und Eierabnahme zu kümmern. Darüber hinaus spendeten die Schülerinnen der Klassen 10a/b/c eine ansehnliche Summe für den Verein „Rettet das Huhn“. Mit ihrem vorbildlichen Einsatz öffneten die jungen Menschen ganz bewusst ihr Herz für Tiere, wollen aber auch ihre Mitschülerinnen und die ganze Schulgemeinschaft zum Nach- bzw. Umdenken anregen.

Bereits einen Tag nach der Ankunft der Legehennen, die aus der Biohaltung stammen, dankten diese ihren Rettern mit frisch gelegten Eiern aus Freilandhaltung. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Eier in der Schulfamilie wird Futter angeschafft. Der Verein „Rettet das Huhn“ übernimmt mehrmals im Jahr den gesamten Legehennen-Bestand aus kooperierenden Betrieben und vermittelt die Hühner an tierliebe Privatpersonen und Einrichtungen, die ihnen ein behütetes Zuhause bieten. Somit können in Deutschland jährlich ca. 12.000 Hühner nach einer qualvollen Existenz vor dem Schlachter gerettet werden.

Birgit Eckl, Irmgard Bink

 

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